Wasserpumpe wechseln – How to

Nachdem die Saison 2012 recht gut angefangen hatte musste ich feststellen, dass mein MX-5 an Inkontinenz leidet.

Diese Erkrankung hat sich dadurch geäußert, dass er nach höheren Drehzahlen – um die 4.000RPM und höher (die beim fahren dieses Roadsters durchaus mal vorkommen) – grünes Wasser auf der Bodenplatte oder auf der Straße zurückblieben.

Also wiedermal ans Werk…

…erstmal ein paar Dinge vorab: Man sollte sich für diese Operation genug Zeit nehmen, wenn man so etwas noch nie gemacht hat, am besten einen Samstag-Nachmittag plus Nacht und eine halbe Kiste Bier 😉

Einzukaufen bzw. zu besorgen sind folgende Dinge:

Mazda MX-5 NA Wasserpumpe inkl. Papierdichtungen von Mazda oder günstiger, als Nachbau
Vorbereitungen auf die Wasserpumpen OPHylomar Dichtung aus der Tube (geht auch ohne, aber viel besser mit!)
Ventildeckeldichtung (geht evtl. auch die alte, falls diese vor kurzem gewechselt wurde)
ThermostatPapierdichtung
Destilliertes Wasser 5L und Frostschutz 2,5L falls die Kühlflüssigkeit gleich mitgewechselt werden soll welche zumeist sowieso ur-alt ist
Werkzeug zum fixieren der Nockenwellenräder oder alternativ: Wäscheklammern und Kabelbinder (klingt komisch, is aber so 😉 )
Bier, ich persönlich bevorzuge aber Redbull Sugarfree (vor allem für die späteren Stunden) dazu hilft auch gute Musik dem gemeinen Schrauber bei seiner Arbeit

Werkzeug:

– Ratschenset mit den gängigen Größen
– Spitzzange
– Mittlerer bis großer Kreuzschrauber (Phillips)
– WD40 etc. sind wie immer eine große Hilfe

Also los gehts, Arbeiten wir uns von oben bis unten durch – die Wasserpumpe liegt gut versteckt unter allerhand Verbau….

Ventildeckel öffnen

Als erstes werden die Zündkabel abgezogen –> Notieren wo welches Zündkabel hingehört oder mein Bild als Orientierungshilfe verwenden.

Danach kommen die Ventildeckelschrauben sowie die der Zündspule dran.

Das Anzugs-Drehmoment für diese kleinen verchromten Schrauben ist übrigens ca 11NM also ca. so fest wie man eine Mineralwasserflasche zuschrauben würde, also nicht übertreiben beim Zusammenbau!

 

Ans Eingemachte…

Damit wir jetzt weiterkommen ohne eine massive Sauerei anzurichten, muss das Kühlwasser raus. Hierfür befindet sich vorne mittig unterm Radiator eine
Thermostat und Kühlerschlauch

 

Ablasschraube (Kreuzschlitz) die durch ein Loch der Motorabdeckung erreichbar ist.

Falls das Wasser nur zaghaft rauskommen will einfach den Kühlerdeckel aufmachen und schon gehts…

Als nächstes wird der Thermostatdeckel (2 Schrauben) inklusive Schlauchverbindung (2 Schellen) zum Radiator abgenommen und die 2 Schläuche die unten vom Thermostat abgehen gelöst.

Nun wird der Gummischlauch der Ansaugung sowie der Keilriemen demontiert wie beim Beitrag über den Radiator und Keilriemenwechsel beschrieben.

 

Wir Schrauben uns bis zum Zahnriemen durch…

wapu-riemen

Jetzt kommt die nächste „Schicht“ ab. Bevor wir das allerdings machen können, muss das Riemenrad der Wasserpumpe weg welches mit 3, vermutlich etwas rostigen und über motivierten Schrauben befestigt ist.

Ein guter „Trick“ ist mit der Ratsche eine Schraube zu halten und währenddessen eine andere mit dem Ringschlüssel zu öffnen, ansonsten dreht sich das Rad endlos weiter.

Jetzt wird die letzte Schutzschicht entfernt, die 2  Plastikblenden sind jeweils mit Schrauben Rechts und Links befestigt – einfach alle diese 10er Schrauben entfernen (bei der oberen Blende sinds 4 Schrauben, zur Orientierung)

 

Nun sollten wir soweit sein:

MX5motor-nackt

Als nächstes müssen wir den Zahnriemen beiseite schaffen. Hierbei müssen wir sichergehen, dass dieser keinesfalls seine Position auf den Nockenwellenrädern verändert.

Für solche Tätigkeiten gibts in Werkstätten eigenes Zahnriemenwerkzeug aber zur Not tuns auch 4 starke Klammern um den Riemen zu fixieren, und ein guter Kabelbinder um zu verhindern dass sich die Wellenräder bewegen… Pfusch, aber es funktioniert.

Als letztes markieren wir uns noch die Zacken die genau an der Kante des Motorblocks stehen für „Plan B“, falls sich doch etwas verstellen sollte weiß man so hinterher wenigstens wo man hin muss.

nockenwellefixierung     nockenwellenmarkierung

Nun sollten wir vorsichtig die Feder* der Spannrolle mit einer Spitzzange entfernen (links) und gleich danach die Rolle als solches, ebenso die Umlenkrolle links. (Jeweils eine lange Schraube)

Hierbei bietet es sich an die Rollen zu prüfen: Per Hand schnell drehen und hören ob sie sauber läuft oder rasselt, und ggf. durch Neuteil ersetzen.

Finale

Endlich liegt die Wasserpumpe frei, nur noch die Handvoll Schrauben an der Front der Pumpe entfernen und die des seitlichen Kanals, schon  lässt sich das Teil mit etwas sanfter Gewalt aus ihrem Sitz nehmen.

Kein Wunder dass die Pumpe gern mal Wasser gelassen hat beim Zustand der Dichtungen, anscheinend noch Made in Hiroshima 1990.

MX-5 Wasserpumpe Alt gegen Neu

Bei der neuen Pumpe nun alle Dichtflächen dünn mit Hylomar beschmieren und danach die Papierdichtungen „aufkleben“ und noch eine Schicht Hylomar auf die Dichtung, und schon kanns mit dem zusammenbau losgehen! Ich behandle übrigens fast alle Dichtflächen mit dieser Flüssigdichtung wie z.b. Thermostatgehäusedichtung oder Ventildeckeldichtung (in den Ecken)

 * Für den Einbau: Umlenkrolle montieren, danach die Spannrolle locker Anschrauben so dass sich diese noch bewegen kann und die Feder wieder einsetzen, die durch die Feder gespannte Rolle nun festschrauben.  Die Feder hat genau die Zukraft mit der der Zahnriemen gespannt werden sollte.

2 Comments on “Wasserpumpe wechseln – How to”

  1. Hallo Ben hast eine org.Mazda Wasserpumpe von IL.Motorsport verbaut?
    Oder tuts auch eine aus dem zubehör z.b.MXteilerei!!

    gruss Kurt

    1. Hy Kurt, ich hab eine Nachbau Wasserpumpe von I.L. Motorsport verbaut für 40€. Die Pumpe wirkt von der Haptik und vom Äußeren 1:1 wie das Originalteil.
      Die letzten Knapp 8.000km wurden ohne Probleme abgespult. Ich kann aber, ob Original oder Nachbau, dringen empfehlen Flüssigdichtmasse wie Hylomar zu verwenden weil die Papierdichtungen etwas blöd zu handlen sind und beim Einbau gerne wieder verrutschen. Gruß Ben

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