Kleinteile selbst lackieren

Oft sind bei älteren Autos Teile des Lacks soweit verwittert oder beschädigt das man selbst mit der besten abtragenden Politur keine Meter mehr macht. Beim roten NA um den sich hier alles dreht waren die Rückspiegel betroffen.

Auch wenn beim restlichen Auto mit dem Lackreiniger super Ergebnisse erzielt wurden weigerten sich die Rückspiegel sowie deren Sockel eine frische Lackschicht preiszugeben…

Bei Kleinteilen bis Spiegelgröße lohnt sich der Gedanke die Lackierung selbst zu versuchen, für solche fälle hat Mazda sogar den Originallack als 2-K Version im Zubehör.
(beim Originallack der 90er NA Modelle handelt es sich um Einschicht-Lack)

Eine kleine Einkaufsliste:

Mazda Lack-Set (1x150ML Basislack, 1x150ML x Klarlack)
– Sehr feines Nasschleifpapier z.b. in 800-1400er Körnung
– Gefäß mit Wasser
– Bremsenreiniger …oder anderer Reiniger mit sehr guter Entfettungswirkung der Rückstandlos verdunstet
– Haarföhn bzw. Heißluftgebläse
– Unterlage (z.b. Holzplatte) sowie eine Unterlage für das zu Lackierende Teil (so das es nicht direkt mit einer zu lackierenden Fläche am Boden ansteht)

Zu Beginn..

Sollte das zu lackierende Objekt soweit es geht zerlegt werden, im Falle der Rückspiegel werden diese von der Tür demontiert. Danach wird der Sockel vom Spiegel-Gehäuse getrennt und der schwarze Rahmen vorsichtig abgehebelt. Ist das erledigt wird noch der Spiegel als solches und die Metallfeder sowieso eine Schraube entfernt.

Nun hat man die zu lackierenden Teile soweit extrahiert dass man die Vorarbeiten starten kann..

Die Vorarbeiten…

Sollten mit einer extrem gründlichen Reinigung der Oberflächen beginnnen. Besonders bei Rückspiegeln, die immer dem Fahrtwind ausgesetzt sind, sind etwaige hartnäckige Insekten vorher sauber zu entfernen.

Ist das erledigt folgt das Nass-Schleifen, hierzu ein handliches Stück vom Schleifpapierbogen abtrennen und in Wasser tunken. Hier gilt: Desto mehr Wasser im Spiel ist desto besser!

Mit dem Schleifpapier sollte die gesamte Lackierte Oberfläche fein angeraut werden, Bereiche die vergessen werden rächen sich später mit nicht-deckendem Lack und „Lacknasen“.

Danach wird alles mit Bremsenreiniger „geduscht“ und mit einem fusselfreiem Tuch gründlich abgewischt. Dieser Vorgang darf ruhig 2-3 mal wiederholt werden bis keine Lackstaub-Reste mehr nach dem Abwischen auf dem Tuch sichtbar sind.

step1

Durchgang 1

Kleine Lackier-Tipps vorab:

– Dose 1-2 Minuten ausgiebig schütteln, so das sich Lack und Lösemittel gut vermischen
– Das Sprühen immer vor dem zu lackierenden Objekt beginnen und erst wieder beenden wenn man vorbei ist sonst drohen unschöne Flecken falls die Dose „rotzt“
– Weniger ist mehr, d.h. lieber mit etwas dünneren Schichten arbeiten als zu dicken auch wenn das Ergebnis nach dem ersten Durchgang nicht besonders deckend wirkt
– Für gute Durchlüftung und Beleuchtung sorgen, wenn möglich einen Atemschutz tragen

Nun das zu lackierende Objekt von oben nach unten mit dünnen Schichten Klarlack besprühen, einen Mindestabstand von etwa 2 Handbreiten nicht unterschreiten. Wenn alle gleichmäßig mit Lack benetzt wurde mit einem Heißluftgebläse aus etwa 40cm das ganze von allen seiten 1-2 Minuten antrocknen, so gibt man eventuell in der Luft vorhandenen Staub weniger Zeit sich mit dem Lack zu verbinden.

Ist die erste Schicht trocken folgen die 2 und 3 Schicht nach dem selben Prinzip, nicht schrecken wenn der Lack nach dem Trocknen etwas matt aussieht – es fehlt noch die Klarlack Schicht 😉

step2

Durchgang 2

Nachdem die letzte Basislack-Schicht trocken ist kommt der Klarlack ins Spiel, hier ebenfalls mit etwa 3 dünnen Schichten arbeiten. Keine Panik wenn die erste 1-2 Schichten etwas „Porig“ wirken. Sollte es auch nach der letzten schicht noch etwas „löchrig“ aussehen dann die Sprühdistanz etwas verringern und noch eine Schicht auftragen.

MX-5 Rückspiegel lackiert
Links: Verwitterter Originallack – Rechts: Neu lackiert mit Mazda Reparaturset

Nacharbeiten

Dem Frisch lackierten Objekt sollte nun genug Zeit gegeben werden richtig zu trocknen, nach etwa 15 Minuten ist der Lack „Staubtrocken“, ausgehärtet und Montagefertig nach etwa 24 Stunden. Polieren sollte man den Lack allerdings erst nach 1-2 Wochen!

Nach dem Aushärten sollte der Lack gründlich poliert werden, mit einer Schleifpolitur lassen sich noch kleine Fehler im Klarlack ausmerzen.

Ganz zum Schluss sollte man das ganze noch mit einer Schicht Hartwachs versiegeln und sich am schönen neuen Lack erfreuen 😉

ergebnis

 

Grundsätzlich gilt: Desto größer das Objekt desto schwieriger wird die perfekte Lackierung, für Teile wie Motorhauben, Stroßstangen, Türen etc. lohnt sich auf jeden Fall der Gang zum Lackierer.
Wer kosten sparen will demontiert, reinigt und schleift die Teile bereits selbst, die Vorarbeiten machen den größten Teil der Kosten beim Lackierer aus!

 

Tipp

Die Heckblende neigt ebenfalls dazu auszubleichen, die Lackierung dieser mit den Dosen ist noch im Bereich des möglichen. Allerdings sollte man mindestens 2, besser 3 Sets dafür bereithalten!

mx5-heck-demontiert

heckblende-mx5-na

 

mx5-heck-montiert

2 Comments on “Kleinteile selbst lackieren”

    1. Da hast du sicher recht!
      Ich wollte aber auf Nummer sicher gehen bei der Qualität und der richtigen Farbnuance des Lacks. Ich habe in der Vergangenheit leider bei meinem Mazda6 schlechte Erfahrungen mit nach Farbcode gemischten Lacken gemacht, einmal hat z.b. der Lack eine andere minimal dunklere Farbnuance gehabt und man hat danach die Punkte gesehen an denen ausgebessert wurde, mit dem Original Lack-Pinsel Set war das nicht der Fall.

      Aber das ist beim NA vermutlich nicht so tragisch, immerhin hat dieser keinen Metallic-Lack wie der 6er.

      Grüße,

      Ben

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