168 Stunden hatte ich Zeit den neuen MX-5 ND auf Herz und Nieren zu testen. Es hat sich einiges getan seit 1989, die Details dazu folgen in diesem Artikel…

Der Mazda MX-5 ND im Test

Erste Eindrücke

Beim Testwagen handelt es sich um einen MX-5 ND Skyactiv G131 Revolution – also die kleinere Motorisierung mit (nahezu) Vollausstattung. Neben vielen elektrischen Helfern bietet diese Version unter anderem Beschallung von Bose sowie Sitze und Armaturen mit Leder samt roten Ziernähten. Von außen glänzt der Wagen im bereits von den anderen Kodo-Modellen bekannten Saphirrot, welches sich bis in den Innenraum zieht – ein absoluter Eyecatcher. Fast jeder der das Auto näher betrachtet hat, hat dieses Feature angesprochen.


Mazda MX-5 ND Innenraum

Der Innenraum wirkt hochwertig und bietet dank Revolution-Paket jede Menge Lederapplikationen von der Mittelkonsole bis zum Armaturenbrett. Ebenfalls cool: Das Comeback der klassischen Lüftungskugeln wie im NA oder auch NB zu finden.

Mazda MX-5 Bose System

Alltag

Mit meinen 1,85m (74KG) passt mir der MX-5 ND so gut wie ein Maßanzug. Kein Windschutzscheibenrahmen behindert die Sicht, die Ledersitze bieten sehr guten Seitenhalt und der Schaltknauf befindet sich in einer idealen Entfernung für längere Trips. Fahrer über 1,90m sollten allerdings vor dem Kauf definitiv eine Probefahrt machen. Im direkten Vergleich mit dem NA musste der Fußraum beim ND leider etwas Beinfreiheit einbüßen. Auf längeren Fahrten fühlen sich wohl nur Kopiloten mit 1,75m oder weniger wohl.

Mazda MX-5 ND mit 185CM Körpergröße

Gimmick: Um Gewicht zu sparen, hat Mazda auf eine Höhenverstellung der Sitze verzichtet. Stattdessen wurden die Sitzschienen nach vorne ansteigend gestaltet. Wenn kleinere Fahrer weiter nach vorne rutschen kommen sie automatisch höher.

Auch das Handschuhfach ist der Gewichtsreduktion zum Opfer gefallen, was sich im ersten Moment dramatisch anhört wurde aber ganz nett gelöst – zwischen den Sitzen befindet sich eine relativ geräumige Verstau-Möglichkeit. Außerdem gibt es noch zwei „Geheimfächer“ direkt hinter den Sitzen für weniger genutzte Dinge wie z. B.: Warnwesten.

Nach der 4-Becherhalter-für-2-Fahrer Kontroverse im NC hat man sich dieses mal übrigens wieder auf 2 (abnehmbare) Exemplare geeinigt. Bei mir waren Sie allerdings die meiste Zeit in den „Geheimfächern“ verstaut da sie meinen Ellbogen im Weg sind.

mx5_nd_faecher1 mx5_nd_faecher2

Motor

..mein Lieblingspart! Der MX-5 ND wird wahlweise von einem 1.5 oder 2L „Skyactiv“ Benzinmotor angetrieben. Das größere der beiden Triebwerke kennt man bereits aus dem Mazda3, die eineinhalb Liter Version kommt in seinen Grundzügen aus dem Mazda2. Ein Kleinwagenmotor für einen Sportwagen? Jein, denn mit dem 75PS Motor teilt sich der MX-5 Antrieb eigentlich nur noch den Rumpf.

Mazda MX-5 ND Skyactive Motor

Die Mazda Ingenieure konnten sich an diesem Triebwek richtig austoben – herausgekommen ist ein Motor wie man ihn eher von der Tuning- oder Rennszene kennt. Eine sehr hohe Verdichtung (für einen Serienmotor) von 13:1 sorgt für Drehmoment und Effizienz, damit die heißen Abgase allerdings im Brennraum zu keinen unkontrollierten Zündungen (Klopfen) führen, müssen sie schnell abtransportiert werden. Um dieses Problem kümmert sich strömungsoptimierter 4-2-1 Fächerkrümmer. Für ein gutes Drehmomentband und eine gute Spitzenleistung sorgen relativ scharfe Nockenwellen in Kombination mit einer Variablen-Phasenverstellung. Als Sahnhäubchen regelt der Motor die Zündung sehr progressiv, mehrere Hallgeber (Klopf-Sensoren) lauschen ständig nach Anzeichen von Unregelmäßigkeiten und sorgen so für einen optimalen Zündzeitpunkt in jeder Lebenslage – andere Motorenkonzepte haben meist einfach ein Fenster für 91 und 95ROZ in dem sie regeln. Die Skyactive ECU regelt hier eher einfach nach dem was möglich ist – Find ich gut!

Allgemein kann gesagt werden, dass der kleine Motor weder anfühlt noch anhört als hätte er nur 1.5 Liter Hubraum. Bereits bei 1.500RPM liegen 120 der 150NM an, so ist es z. B.: kein Problem von 55kmh bei einer Steigung im 5. Gang zu Beschleunigen um im Stadtverkehr mitzuschwimmen. Andererseits ist es auch eine Freude damit auf einer leeren Landstraße bis tief in die hohen Drehzahlen vorzudringen, bis einem bei etwa 7500RPM der rote Bereich warnend entgegen leuchtet.

Klarerweise wird es bei einigen Käufern Bedarf nach mehr Leistung geben, vor allem bei Überholvorgängen im Bergland. Alles in allem reicht der 1498CM² Vierzylinder aber durchaus um den Durchschnitts-Heizer ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Weiter zu Teil 2